Wednesday, May 24, 2017

Wildschweine...

Hier ein paar Eindrücke von Anwohnern unseres Ortes vom Mai 2017:






Tuesday, May 9, 2017

Klar bekommt du deinen Ausweis, sagte das Universum... Epilog

Bei schönstem Sonnenschein lief ich zurück zum Bahnhof, durch die Sicherheitskontrolle und Richtung Gleise. Und dann tat ich etwas total Verrücktes, was ich noch nie zuvor getan hatte: ich bestellte mir in der Bar einen caffè! Nein, kein Witz, das war das erste Mal. Bis heute habe ich nämlich noch nicht wirklich verstanden, wieso man in eine Bar springt, lässig einen Kaffee bestellt, den man in einem Schwung hinuntergießt und ohne sich irgendwie zu setzen oder anderweitig zu amüsieren wieder von dannen zieht. Aber nach diesem Abenteuer gehörte ich jetzt irgendwie dazu. Deswegen ging ich in die Bar wie alle anderen auch, bestellte wie selbstverständlich an der Kasse, zahlte, gab den Bon dem Mädchen hinter dem Tresen, goss einen Schuss Milch in meine Tasse, leerte das Gesöff in einem Schluck und war schon wieder draußen. So wie alle anderen auch.

Genau vier Wochen vergingen, in denen ich Tag für Tag eine Mitteilung an den Kurier an der Haustür hatte, für den Fall, dass niemand aufmachen würde. Irgendwann klingelte es schließlich und ich bekam zwei getrennte Umschläge überreicht: der eine hatte viele Informationen zur Nutzung und der andere enthielt meinen Ausweis! Wirklich! Leibhaftig! Und was sah der gut aus! Klein, handlich, druckfrisch aus Berlin! Und noch dazu mit dem guten Foto. Der Ausweis ist so schön und professionell, mit dem würde ich grad wieder versuchen einen Termin mit dem "direttore" zu bekommen. Vielleicht klappt es ja diesmal... ;)



Klar bekommst du deinen Ausweis, sagte das Universum... III

...Es glaubt mir kein Mensch, aber freitags vor dem neuen Termin ging das Motorrad erneut kaputt! Gleiches Problem, gleicher Ärger! Wutentbrannt buchte ich sofort einen Zug, der bereits horrende Preise hatte, aber wenigstens würde ich so nach Mailand kommen, allein und ohne weitere Hilfe. Es war egal. Ich wollte einfach nur den Kram abhaken können! Eine gewisse Spannung blieb, denn ich hatte in Mailand lediglich eine Stunde zwischen Ankunft und Termin im Konsulat und das konnte knapp werden, zumal ich eine Strecke von rund 20 Minuten zu Fuß hinter mich zu bringen hatte. Im schlimmsten Fall wäre ich zu spät und hätte beide Strecken fahren müssen, ohne auch nur einen Schritt weiter zu sein.

Am Montag stand ich deswegen schon zu Unzeiten auf, nahm einen viel zu frühen Bus um ebenfalls viel zu früh am Bahnhof zu sein. Bis hierhin war ich immerhin schon mal. Solange der Zug keine Verspätung hatte...es war sehr voll auf dem Bahnsteig, auch eine größere Menge Soldaten gingen hier auf und ab und als ein Zug nach Recco auf unser Gleis umgelegt wurde, wurd mir etwas mulmig. "Eh scusi, der Zug nach Mailand fährt doch auch von hier oder?", fragte ausgerechnet mich ein Mann, als wüsste ich mehr als er. "Das hoffe ich stark, denn sonst habe ich ein echtes Problem!" Und dann kam die Durchsage: "Der Intercity 658 nach Mailand verspätet sich um etwa 120 Minuten. Trenitalia entschuldigt ..." Was?! Waaas??!! Das war ja jenseits von gut und böse! Das war unglaublich! Das war einfach nur unfassbar!! Mailand ade! Mein Trip endete dort am Bahnsteig von Genova Brignole! Fast hätte ich geheult! "Lass dir dein Ticket erstatten!" rief meine bessere Hälfte am Telefon, als ich schon fast aus dem Bahnhof raus war. Schnell zurück und zum Informationsschalter gerannt. Hier bildete sich gerade in Windeseile eine Schlange und ich war immerhin auf dem dritten Platz. "Weiß man wieso der Zug nach Mailand nicht fährt?!" rief jemand über alle Köpfe hinweg. "Da ist jemand davor gesprungen!" erklärte der Mann am Schalter. "Das wird eine Weile dauern!" Die Leute vor mir ließen sich einen anderen Zug geben, die hinter mir hatten hiermit ihren Flug verpasst. "Muss ich mich hier anstellen, wenn ich mein Ticket erstatten lassen will oder kann ich morgen wieder kommen??" rief eine gehetzte Frau, die von ganz hinten in der Schlange gekommen war, die inzwischen bis in den Vorraum reichte. "Nein, nein, da müssen Sie hier warten", erklärte der Mann in aller Seelenruhe. "Oddiiiiooooooo" hörte ich sie wieder verschwinden. Als ich schließlich an der Reihe war, zeigte ich auch mein Rückfahrticket vor und erklärte, dass ich beide Tickets zurückgeben müsste. Ohne große Umstände bekam ich einen Wisch über den erstatteten Betrag und noch beim Verlassen des Gebäudes klickte mein Handy und bestätigte, dass Trenitalia Geld überwiesen hatte. Wenigstens kein finanzieller Verlust. Was aber war mit meinem Termin? Dem Termin, den ich ein zweites Mal nicht wahrnehmen konnte? Ich musste denen doch Bescheid geben! Auf der Homepage suchte ich vergeblich eine Telefonverbindung. Die Passstelle könnte man ab 16 Uhr telefonisch erreichen. Ansonsten gäbe es noch eine Nummer, die man nur im Notfall nutzen sollte. Nein, ein Notfall war das nicht. Ich kam nur einfach nicht nach Mailand! Egal wie ich es anstellte! Was war das Problem? Was stimmte nicht mit dem Trip? Ich brauchte doch diesen verdammten neuen Ausweis!

Das Motorrad war nicht zuverlässig, der Zug auch nicht. Es musste etwas anderes her! Die einzige Möglichkeit um auf Nummer sicher zu gehen, war, den einzigen Tag der Woche zu nehmen, der auch nachmittags Termine zur Verfügung hatte. Ich würde wieder in aller Herrgottsfrühe aus dem Haus gehen, den gleichen frühen Zug nehmen, hätte vier Stunden Pufferzeit vor meinem Termin und weitere zwei Stunden bis zu meiner Rückfahrt. Ich wäre damit genau 12 Stunden unterwegs um einen Termin von 15 Minuten wahrzunehmen, aber es war die einzige Möglichkeit, wenn ich nicht in Mailand übernachten wollte...

Ich klickte mich wieder durch die Captcha-Termine, druckte wieder den Antrag mehrfach aus, machte von allem Kopien, gleich mehrfach (!) und fragte mich ob mich das Konsulat nicht inzwischen hasste. Oder ob sie mir keinen weiteren Termin mehr geben oder mich vor Ort anbrüllen, ich sollte endlich diese blöden Scherze lassen und dann sagen ich würde von ihnen nie und nimmer einen Ausweis bekommen!

Zwei Wochen später stand ich erneut auf dem Bahnsteig nach Mailand. Der Zug kam, er war pünktlich, ich saß sogar auf einem luxuriösen Einzelplatz mit Steckdose, kaufte beim Steward einen Kaffee und arbeitete mich durch 200 Seiten E-Book, ehe ich völlig unerwartet pünktlich in Milano Centrale einfuhr! Ich brauchte die ausgerechneten zwanzig Minuten zu Fuß zum Konsulat und entschied, die nächsten vier Stunden Wartezeit als entspannter Tourist zu verbringen. Es war zwanzig Jahre her, dass ich das letzte Mal als richtiger Tourist in Mailand war und ich wollte auf alten Spuren wandeln. Unter anderem saß ich eine gute Stunde auf dem Domplatz in der Sonne ohne irgendetwas zu tun. Haaaaach! Das war fast wie Urlaub! Dutzende Deutsche liefen hier in geführten Touren herum, ein Paar setzte sich glatt neben mich auf die Steine und fragte frei weg auf Deutsch (!) "Ist hier frei?" Sah ich so deutsch aus?! Schließlich gab ich in einem Buchladen noch ordentlich Geld aus und wusste, wieso es all die anderen Male nicht geklappt hatte. Mit ausreichend Zeit machte der Trip richtig Spaß! Völlig entspannt zog ich schließlich zurück zum Konsulat.

Die Tür war verschlossen und da hing ein Schild mit dem Hinweis sich im Stockwerk weiter oben zu melden. Na dann...hier klingelte ich und meinte förmlich auf Deutsch ich hätte einen Termin. Der Italiener, der mir geöffnet hatte, war überaus freundlich, nahm meinen Ausweis entgegen, erklärte in gebrochenem Deutsch, dass der Direttore noch nicht da sei, aber ich abgeholt würde und brachte mich in einen abgeschirmten Bereich. Hinter dem Glas sah ich ihn telefonieren, mit einem Kollegen sprechen und dann wild gestikulieren. Dann steckte er den Kopf durch die Tür und fragte leicht gehetzt (und diesmal auf Italienisch): "Ääähm, entschuldigen Sie vielmals, Signora, mit wem genau haben Sie den Termin?" Das wusste ich nicht. "Ich bin für einen neuen Personalausweis hier!" Aaaaah, er lachte erleichtert auf. "Das ist nicht in diesem Stockwerk! Ich muss mich entschuldigen, ich habe Sie verwechselt und ich hätte Sie gleich fragen können und dann hätten Sie nicht erst hier warten müssen!" Ach, guter Mann, wenn er gewusst hätte, WIE LANGE ich bereits auf das ganze Happening gewartet hatte...da waren die popeligen drei Minuten in diesem Büro hier wirklich nichts dagegen. Sicher hätte mich noch interessiert, mit wem er mich verwechselt hatte, offenbar täuschte der Umstand, dass ich in einem Business-Outfit gekommen war, aber dazu hatte ich nun auch keine Zeit mehr...

Mein echter Termin, für den ich gekommen war, fand in einem heruntergekommenen, alten Raum mit drei Schaltern statt und das mit einer halben Stunde Verspätung. Ich sprach mit der einzigen deutschen Person, die vor Ort war, ansonsten schienen nur Italiener hier zu arbeiten. Und garstig war die Person auch noch. Beschwerte sich, ich hätte zu viele Dokumente dabei, die sie alle gar nicht sehen wollte und irgendwas würde fehlen. Hey Kumpel, keine Dinger! Ich hatte alles überprüft, doppelt, dreifach, vierfach, fünffach! Wenn hier jetzt noch irgendwas schief ginge, dann würde ich mich hier an Ort und Stelle entleiben! "Ach nein, stimmt, ist alles da!" Dann sah ich wie sie die Fotos abmaß, verglich und dann wortlos die neuen mit dem roten Kopf weglegte und eines der alten, guten Fotos ausschnitt. Hurra! "Ich nehme an, Sie wollen den Ausweis zugeschickt haben und nicht noch einmal nach Mailand kommen, sehe ich das richtig?" - "In der Tat würde ich das bevorzugen. Ist das Shipping denn sicher?" - "Naja, wir garantieren für nichts, aber in den Jahren, in denen ich hier arbeite, sind nur zwei Ausweise auf dem Postweg verloren gegangen." Das Risiko würde ich eingehen. Ich unterschrieb, zahlte, bekam Broschüren zum neuen Ausweis und verließ das Konsulat...

Es war vollbracht!





Klar bekommst du deinen Ausweis, sagte das Universum... II

...Nun fehlte mir nur noch ein aktueller Nachweis über meinen Wohnsitz. Besuche in der Comune sind irgendwie immer ein Alptraum, weil ich mir nie sicher sein kann, dass ich am Ende auch das erreiche, was ich zu erledigen gekommen bin. Und zum ersten Mal musste ich dies alleine erledigen. Ich beschrieb mein Begehr der Frau am Eingang, die den Bürgern half die richtige Nummer zum richtigen Büro zu ziehen. Man schickte mich zur Abteilung für Immigration, die in den zwei Jahren seit meiner Meldung hier nun in ein anderes Stockwerk gezogen war. Fast eine Stunde lief ich wartend den Gang auf und ab, bis eine Russin mit rotem Kopf das Büro verließ und ich endlich eintreten konnte. Und nach nur einer Minute war ich schon wieder draußen. Mit einer Zeichnung und den besten Wünschen einer ehrlich betrübten Seele, dem es sehr leid tat, dass man mich ins falsche Büro geschickt hatte, denn mit Immigration hatte mein Anliegen gar nichts mehr zu tun. "Sie sind hier wie alle anderen auch gemeldet, deswegen gelten keine anderen Bedingungen und Sie müssen in die große Halle und ein Ticket für P ziehen. Zweimal rechts und dann geradeaus! Drücke die Daumen, dass es schnell geht!"

Später sah ich den Mann noch einmal, als ich in der neuen Schlange anstand. Er rief mir ein deutsches "Auf Wiedersehen!" entgegen und verschwand hinter einer Tür. Wenigstens musste ich diesmal nicht lange warten. Eine Frau, die unglaublich gelangweilt und missbilligend über eine Lesebrille schaute und ein Kaubonbon nach dem anderen kaute, war überraschenderweise sprachlich sehr freundlich, was man ihrem Ton und ihrem Blick nur nicht entnehmen konnte. In Zeitlupe klebte sie eine Marke nach der anderen auf meinen Nachweis, den sie ohne großes Warten gedruckt und unterschrieben hatte, schob mir den Wisch zu und hatte mit einem "Buona giornata Signora!" schon mit mir abgeschlossen, während ich mich noch bemühte den Dokumentenkram ungeknickt in meine Tasche zu bekommen, deswegen erst lange nach ihr "Buongiorno!" sagte und endlich aufstand.

Ich hatte meine Dokumente! Ich konnte endlich nach Mailand!

Nun, aufgrund der langen Fahrt und überhaupt, entschied ich zunächst meine bessere Hälfte mitzunehmen. Mit dem Motorrad würden wir um ein Vielfaches schneller sein und unmittelbar danach wieder nach Hause fahren können. Und deswegen kam nur ein Montag in Frage. Mühsam klickte ich mich durch die Terminauswahl des Konsulats. Immer wenn ich einen Tag angeklickt hatte, um die freien Termine zu sehen, musste ich erneut ein Captcha eingeben, was auch mit viel Mühe kaum zu entziffern war. Dementsprechend nervenaufreibend war der ganze Spaß, aber am Ende hatte ich einen Termin mit nur zwei Wochen Wartezeit. Jetzt konnte ich endlich auch den Antrag ausfüllen, mit Datum versehen und unterschreiben. Ich glaube, ich habe mich selten so oft verschrieben wie bei diesem Antrag. Selbst meine Unterschrift hatte irgendwann versehentlich eine Silbe mehr und dann durfte ich den Antrag immer und immer wieder neu ausdrucken und ausfüllen. Ich weiß selbst nicht wieso der Wurm drin war, aber der Antrag, den ich schlussendlich abgeben konnte, war Antrag Nummer zwölf (12!) und das ist keine Übertreibung. Es gab nämlich abgesehen vom konstanten Verschreiben noch andere Probleme...

Beispielsweise war es dann so, dass in der Nacht vor dem Termin das Motorrad kaputt ging. Einfach so. Das wäre nicht so dramatisch gewesen, hätte nicht das Auto ebenfalls in der Werkstatt gestanden. Und kein Zug wäre rechtzeitig in Mailand gewesen, selbst wenn ich noch ein Ticket bekommen hätte. Es ging nicht anders, ich musste den Termin stornieren! Immerhin hatte man mir per Mail einen Link zur Stornierung mitgeschickt, falls ich meinen Termin nicht hätte wahrnehmen können. Allerdings ließ sich der Link nicht mehr klicken, weil ich einen Termin desselben Tages nicht mehr stornieren konnte. Wunderbar! Also antwortete ich wenigstens auf die Mail mit dem Link, erklärte was passiert war und dass ich deswegen nicht würde kommen können, aber kaum hatte ich das Werk abgeschickt, kam es auch schon wieder postwendend zurück, denn es hatte sich um eine no-reply-Mail gehandelt. Nun denn, also gab es keine Möglichkeit zu stornieren. Ich war gezwungen einen neuen Termin zu suchen und kämpfte mich erneut durch diverse Captcha-Hürden, ehe ich für weitere zwei Wochen später einen neuen Termin ergattert hatte.

Das hieß, dass ich auch den Antrag neu ausfüllen musste, neuer Ausdruck, neues Datum, neue Verschreiber und als ich endlich alles zusammen hatte, hieß es: warten.



Klar bekommst du deinen Ausweis, sagte das Universum... I

...und dann setzten wir uns hin und lachten und lachten über den guten Witz...
Tja, ich brauchte nun dieses Jahr einen neuen Personalausweis, weil mein alter von 2007 im März ablaufen würde. Nach dem Hin und Her mit meinem italienischen Führerschein war mir strenggenommen schon seit diversen Monaten mulmig, wenn ich an den erneuten bürokratischen Meilenstein dachte und vor allen Dingen, was alles dabei schief gehen konnte.
Im Januar nahm ich mir dann schließlich ein Herz und suchte im Netz nach Informationen. Aufgrund etwas ungenauer Angaben glaubte ich, dass ich alles hier in Genua über die Bühne bringen konnte, immerhin gibt es hier ein Konsulat und eine Seite hatte neben dieses auch "Passwesen" geschrieben.

Erstes Aufatmen. So schrieb ich ebenfalls im Januar eine Mail an ebendieses Konsulat mit Bitte um einen Termin für einen neuen Personalausweis. Nach einigen Tagen bekam ich eine Antwort, aber nicht aus Genua, sondern aus Mailand. Von dort schickte man mir gleich einen Haufen an Informationen, eine Liste von Dingen, die ich mitbringen sollte und einen Link zum Onlinekalender, um mir einen Termin auszusuchen. Oha, ja, das war eindeutig aufwändiger geworden. Eine Reihe an Dokumenten, die zu besorgen waren und schließlich würde ich nach Mailand fahren müssen. Erst einmal stand ein Trip nach Deutschland an. Dort musste ich eine Geburtsurkunde besorgen, von der ich fälschlicherweise glaubte, es sei ein Dokument, das man bei der Geburt bekommen hatte. Also verlangte ich die Herausgabe dessen von meinen Eltern und als klar war, dass ich wieder auf die Ämter müsste und das Wochenende vor der Tür stand, war das Gerenne wieder groß. Eine Sachbearbeiterin hatte fälschlicherweise erklärt, es würde eine Woche dauern, ehe man das Dokument abholen könnte, und nein, verschicken würden sie es nicht, das müssten dann meine Eltern abholen und mir irgendwie zukommen lassen. Nun denn, wenigstens war dann die Erleichterung groß als ich vor Ort feststellte, dass ich lediglich einen Zettel ausfüllen musste, 11€ zahlen und dann nach gut 15 Minuten Wartezeit das fertige Dokument mitnehmen konnte. Ganz einfach, ganz unkompliziert.

Also zurück nach Italien. Was mir noch fehlte, war ein ausgefüllter Antrag, ein Passfoto, ein aktueller Nachweis über meinen Wohnsitz (nicht älter als drei Monate), ein Nachweis über die Abmeldung in Deutschland und so einige Dokumente, die ich aus Sicherheit alle dabei haben wollte, denn man weiß ja nie. Ein Passfoto hatte ich im Grunde, ein gutes sogar, aber mit dem Lineal nachgemessen hätte sein können, dass genau 1 Millimeter zu seiner Brauchbarkeit fehlte und auch daran sollte es am Ende nicht scheitern. Also mussten auch neue Fotos her und es war wichtig, dass die Abmessungen diesmal größer waren. Ich kenne hier einen sehr guten Automaten, von dem ich auch die guten Fotos habe und dieser war zuverlässig, schnell, günstig und auch noch einfach zu bedienen. Wenn man die passenden Münzen hatte...ja und die hatte ich gerade noch so cash dabei. Schnell außen in den Schlitz geworfen und mich selbst in den Automaten...nichts. Keine Reaktion. Freundlich forderte mich der Bildschirm auf das Geld einzuwerfen. Hatte ich doch! Aber Moment, der Geldschlitz war innen. Gleich neben der Kamera. Und ich hatte es außen eingeworfen. Gleich wieder rausgesprungen, schaute ich schnell nach. Hah! Toll! Der Schlitz hatte gar nicht zu den Fotos gehört, dafür hatte mir der Automat 2 wundervolle kleine Disneyschlüsselanhänger mit Daisy Duck ausgespuckt. Ich liebe Disney, versteht mich nicht falsch, aber in diesem Moment hasste ich es. Was sollte ich mit diesen blöden Anhängern?! Und wo bekam ich jetzt neue Münzen her? Mir blieben 15 Minuten bis zur Schließung des Einkaufszentrums. Auf in den Supermarkt, wahllos etwas kaufen und mit den Münzen wieder in den Automaten, eingeworfen, der Automat rasselt. Jetzt sehe ich, dass er auch Scheine angenommen hätte. Gut, egal. In letzter Sekunde denke ich noch daran mich näher an die Kamera zu setzen, um größere Fotos zu bekommen. Klick! Nach nur einer Minute liegen die gedruckten Bilder im Kasten zum Mitnehmen. Knallroter Kopf und der Blick eines aufgeschreckten Kaninchens - aber wenigstens stimmten die Abmessungen...



Thursday, April 27, 2017

Es blutet auf der Post...

Eigentlich bin ich ein Meister im Paketepacken und Verschicken. Allerdings nur andersherum. Also von Deutschland nach Italien. In den letzten acht Jahren habe ich ganz sicherlich mehr als fünfzig davon gepackt, verklebt und zur Post gebracht. Ich kannte alle Maße und Gewichte auswendig, wusste das Porto zu bestimmen und wie man platzsparend verschachtelt, ohne dass etwas zu Bruch geht. Und dann habe ich per Sendungsnummer das Shipping verfolgt und mich diebisch gefreut, wenn schließlich die Nachricht kam, dass das Paket zugestellt worden war.

Da ich nun ja nicht mehr in Deutschland wohne, hat sich das ganze Packhobby auf wenige Ausnahmen - zum Beispiel nach Weihnachten - reduziert und ja, irgendwie fehlt mir da was. Ich hätte ja nun auch meinerseits Pakete nach Deutschland schicken können, aber seitdem meine bessere Hälfte mir ganz am Anfang zwei Pakete Macine-Plätzchen aus der Toskana hatte zukommen lassen, wusste ich, dass diese ihn finanziell fast ruiniert hätten. So hatte sich das unbezahlbare Porto irgendwie in meinem Kleinhirn festgesetzt und ich vermied daraufhin italienische Postdienste überhaupt in Anspruch zu nehmen.

Aber was tut man, wenn einen die verstreuten Familienbruchstücke aus verschiedenen Teilen Deutschlands regelmäßig mit Paketen voller Tiernahrung, Schokolade und Geschenken jeder Art bedenken und noch dazu Ostern vor der Tür steht? Dann sieht man in der Konditorei diese echt leckeren Plätzchen und sagt sich - ach, jetzt zu Ostern überrasch ich sie mal. Gesagt, getan, und so stopft man - das Porto im Hinterkopf - voller Bedacht die Schachteln in die kleinstmögliche Verpackung, die man auftreiben kann, verzichtet im einen Fall sogar auf die beizufügende Osterkarte, weil dafür kein Platz mehr ist und stellt zufrieden fest, dass es die kleinsten Pakete sind, die man je zuvor gepackt hat.

Das war an Karfreitag. Ja, denn Karfreitag hatten auch hier alle Geschäfte auf, nur die Schulen gönnten sich eine kleine Auszeit und nannten die fünf freien Tage, die mitten in der Woche begannen und mitten in der Woche darauf endeten, Osterferien. Aber ob Karfreitag die Post auf hatte? Meine bessere Hälfte sagte ja und irgendwie hatte ich ja gehofft, er würde die Sache einfach schnell vor der Mittagspause für mich erledigen, aber nein, ich musste diesmal selbst ran. Dazu muss man wissen, dass die Poststelle hier im Ort wirklich klein ist. Eine Tür, zwei Schalter und ein Tisch zum Ausfüllen von Karten und all das auf gefühlten drei Quadratmetern. Das heißt, wenn Zahltag für die Rentner ist, geht die Schlange draußen noch meterweit die Straße hinunter und man muss sich gar nicht erst die Mühe machen sich dort einzugliedern. Aber das ist nicht das einzige Problem. Auch die Öffnungszeiten sind etwas gewürfelt und das Schlimmste ist, dass man ums Verrecken auch keinen Parkplatz findet, da wir von einer engen Straße voller Hochhäuser sprechen, deren Bewohner selbst schon keine Parkmöglichkeiten haben, geschweige denn Postkunden hier bedacht werden können. Keine Möglichkeit zu Parken und dann horrende Portokosten - das Unterfangen hatte sich inzwischen zu einem subjektiven Alptraum zusammengebraut. Das konnte einfach nicht klappen, es würde mich umbringen. Aber nein, es waren doch bloß zwei simple Postsendungen, die ich nach Deutschland schicken wollte, also auf ging's!

Meine bessere Hälfte nahm mich auf dem Motorrad mit nach unten und damit war das Parkproblem schon mal aus der Welt geschafft. Zurück würde ich den Bus nehmen. Mutig stiefelte ich die Straße hinauf und sah alle Scheiben dunkel. Hatte ich es doch geahnt! Aber nein, sie hatten geöffnet, sie hatten tatsächlich an Karfreitag geöffnet und würden meine Pakete frankieren und abschicken. Jetzt würde doch noch alles gut werden! Als täte ich nie etwas anderes, betrat ich also die kleine Poststelle und gleich rief es vom Schalter Nummer 2 beschwingt "Buongiorno Signora! Venga, venga!" Ein warmer Empfang, hier war ich gut aufgehoben! "Ich hoffe, Sie verzeihen, aber meinen Kaffee kippe ich eben noch schnell hinunter!" Ja, nur zu, besser als allzu förmlich. "Ich möchte diese kleinen Päckchen nach Deutschland schicken und strenggenommen merke ich gerade, dass ich nicht weiß, wie". Richtig, ich hatte keine Ahnung. DHL Aufkleber? Handschriftlich? Nichts davon? Boh! "Gar kein Problem!" Er nahm zwei völlig leere Zettel und kritzelte mit einem Filzstift Überschriften drauf. Er sprach jetzt sehr deutlich, vielleicht wusste er nicht wie gut mein Italienisch war: "Hiiiiier schreiben Sie den Mittente drauf, das sind Siiiiie, und hiiiiier kommt der Destinataaaario drauf, das ist die Person, für die das Paket ist. Und hier das gleiche noch mal für das zweite Paket. Also hiiiiier der Mittente, also Siiiiie und...."

Es war fast geschafft! Während ich meinerseits kritzelte, betraten noch weitere Kunden die Post und ließen mich tatsächlich in Ruhe schreiben, ohne vor mir dran genommen werden zu wollen. Das machte mich leicht nervös. "Sind Sie fertig? Venga, venga!" rief es vom Schalter, als ich vor versammelter Mannschaft schließlich aufstand und dieses Publikum im Nacken lieber vermieden hätte. Ich legte die ausgefüllten Zettel auf die Pakete in ein Sicherheitsfach und stellte zu spät fest, dass ich die Adressen vertauscht hatte. Die innenliegende Karte hatte jetzt einen anderen Namen, aber der Mann von der Post war bereits am Kleben. "Soooo...das können wir noch als Einschreiben schicken, dann wird es billiger!" - Nur zu, billiger war immer gut und ein Einschreiben käme an. "Dieses hier...das wären dann 18€...das andere fürchte ich, wird etwas mehr, weil es größer ist." Was?! Das waren Plätzchen für schlappe sechs Euro, war das ein schlechter Scherz? Und hatte ich überhaupt ausreichend Bargeld dabei?! Ich muss pink angelaufen sein, ich laufe immer pink an, wenn es gerade ganz ungünstig ist.

Eine alte Frau kam nach vorne und reichte an einer Kundin am Schalter 1 vorbei eine große Plastiktüte durch die Öffnung. "Lucia!!!! Buona Pasqua! Lasst es euch schmecken!!!" Es roch nach Fleisch! "Grazie Generale!!" rief mein Schaltermann um die Ecke, während die Tüte in eine Ecke gestellt wurde und dann zu mir: "Nein, nein, auch das zweite geht noch für 18€ durch. Vado?" Die Hand am Paket schaute er mich an. "Buona Pasqua, buona pasqua!" grüßte es hinter mir aus dem Publikum, während die alte Frau - Generale?? - die Post gleich wieder verließ. Hier kannte jeder jeden. Und ich stand als einzige Ausländerin mit pinkem Kopf am Schalter mit meinen überteuren Keksen und schluckte. "Vado?" - "Sì, sì, avanti!" bestätigte ich das Porto und zahlte schockiert meine 36€ für zwei Päckchen à 400gr Gewicht und den vertauschten Adressen. Nur nichts anmerken lassen! Ich bekam zwei Durchschriften um die Sendungen online verfolgen zu können und mit einem fröhlichen "Buona Pasqua, Signora!" wurde ich in den Tag verabschiedet. Das hatte weh getan...doch, ja, das Porto brachte einen hier um, ich hatte es ja gewusst. Nie wieder! Niiie wieder würde ich hier ein Paket verschicken. Und ich würde jetzt auch keinen Bus nehmen, ich würde zu Fuß laufen, um das Ticket zu sparen und würde in jeden Briefkasten auf dem Weg nach Hause meine Visitenkarte werfen. Ich brauchte jetzt Geld! Viel Geld!

Ach so, was auf der Post geblutet hatte?? Na, mein Herz natürlich! Mein Herz!



Tuesday, April 4, 2017

Boh, beh, mah...tja...

Wann fühlt man sich zu einer Sprache halbwegs zugehörig? Wenn man seltsame Alltagssprachpartikel anwendet ohne eine griffigere Alternative parat zu haben. Im Italienischen gehören dazu Ausrufe wie "Boh", die auch völlig alleine stehen können und dennoch alles aussagen, was sie aussagen sollen. Darüber hinaus fallen mir noch "Beh" und "Mah" ein und dann natürlich "Eh". Es gibt auch "Oh", was man jetzt wie im Deutschen verwenden kann oder möglicherweise regional eingeschränkt auch mit drohender Bedeutung, als Warnung, vor allen Dingen, wenn es ein ziemlich kurzes und scharfes "Oh!" ist und ausgesprochen vielleicht eher nach "Ou!" klingt.

Halbwegs bekannt ist natürlich das "Boh!", das man glaube ich ziemlich schnell lernt, wenn man sich mit der Sprache oder dem Land beschäftigt. Man kann es kurz sagen oder auch richtig langziehen, je nachdem wozu man es gerade verwendet. "Boh" heißt soviel wie "Keine Ahnung" oder gilt als genereller Ausruf des Nichtwissens. "Boh" ist damit schon eine komplette Antwort oder aber man ergänzt noch "non lo so", was dann zu einem "Boh, non lo so" und damit zu "Keine Ahnung, ich weiß es nicht" wird. Oder wenn man noch andere Informationen zum Nichtwissen ergänzen will, kann man etwas sagen wie "Boh, forse alle 5" ("Keine Ahnung, vielleicht um 5 Uhr") je nachdem, um was es bei der Frage ging.

"Boh" habe ich anfangs in denselben Topf geworfen wie "Beh", dabei ist "Beh" etwas völlig anderes. Während man mit "Boh" ausdrückt, dass man keine rechte Ahnung hat, ist "Beh" oftmals einfach nur eine Einleitung, vielleicht etwas relativierend. Langenscheidt übersetzt "Beh" mit "Naja, also" und das trifft es meiner Meinung nach ziemlich auf den Punkt. Man könnte auch sagen "Nun..." oder auch "Tja...", die ja auch im Deutschen ähnlich funktionierende Partikel sind.

"Mah" übersetzt Langenscheidt mit "hm". Meiner Erfahrung nach ist "mah" in den Regionen, die ich hier im Norden kenne, eher abfällig gemeint oder drückt aus, dass man irgendwie tendenziell dagegen ist, sich aber ansonsten nicht weiter dazu äußern möchte. Wenn beispielsweise jemand sagt, dass er wegen einer Kleinigkeit aus dem Job gefeuert worden ist, dann würde ein  abfälliges "Mah!" durchaus passen. Es hängt natürlich auch davon ab, wie man es betont. Ein kurzes, zackiges "Mah!" mit fast aspiriertem H am Ende klingt für meinen Geschmack immer sehr missbilligend und auch deswegen auch völlig alleine die Antwort stellen.

Dann gibt es natürlich noch das "Eh!". Und das ist wirklich recht universell. Langenscheidt bietet hier die folgenden Übersetzungen an: Eh! He! Jaja! Naja! Was solls! Nicht wahr? Oder? Es kann einleitend: "Eh, cosa ti devo dire?" (Eh, was soll ich dir sagen?) oder auch abschließend "Bello, eh?" (Toll oder?) verwendet werden und klingt möglichweise etwas weniger formell, was aber auch für die anderen Partikel gilt.



Thursday, March 23, 2017

Rückzug...

An meinem Geburtstag ist es jetzt richtig aufgefallen: ja, ich habe mich aktuell zurückgezogen. Ich bin z.B. gerade nicht auf Facebook zu finden und das ist für mich schon wirklich ungewöhnlich. Anfang des Jahres schon hatte ich mich aus diversen Gruppen und Teams zurückgezogen und langsam scheint es aufzufallen. Ist etwas vorgefallen? Nicht unbedingt. Es war vielfach eine Bauchentscheidung, um in Ruhe über einige Dinge nachdenken zu können. Facebook war für mich seit 9 Jahren eine ziemliche Konstante und ich gehöre nicht zu denen, die Facebook verfluchen. Im Gegenteil. Ich habe äußerst wertvolle Kontakte durch Facebook gefunden, Facebook ist nur so oberflächlich wie seine Nutzer sind, sage ich immer. Es ist immerhin aus echten Menschen gemacht und echte Menschen bedeuten echte Kooperationen, echte Freunde oder auch echte Schweine. Genau wie im Leben außerhalb. Deswegen gehöre ich eben nicht zu denen, die Facebook verfluchen. Und dennoch habe ich mein Profil aktuell deaktiviert. Nach 9 Jahren. Nicht dauerhaft, nur für den Moment. Und es ist in der Tat interessant. Am ersten Tag habe ich mehrfach völlig automatisch die Seite aufgerufen und wurde dann daran erinnert, dass ich derzeit nicht Teil der Community bin. Ebensowenig wie ich derzeit Teil meiner anderen Teams bin. Ich habe sogar mein eigenes Onlineprojekt Language Success Team verlassen und ähnliche Communities. Vielleicht will ich auch sehen, welche Rolle ich in diesen spiele und ob meine Teilnahme überhaupt erwünscht und gebraucht wird. Und ich will für einige Tage und Wochen niemandem Rede und Antwort stehen. Will keine Fragen beantworten, keine Absagen entgegennehmen und mich nicht rechtfertigen für irgendetwas. Ich bin einfach mal ausgestiegen. Dass auch mein Geburtstag in diese Zeit fiel, ist sicherlich kein Zufall. Ich wollte auch diesen nicht groß aufhängen. Ich wollte ihn auch nicht feiern. Ich wollte fast für mich allein darüber nachdenken, was es bedeutet, inzwischen "so alt" zu sein.

Und bis auf wenige Einkäufe verlasse ich auch gerade das Haus nicht wirklich. Ich bin privat wie nie. Was an Aufträgen reinkommt, erledige ich per Mail und Schüler werden abgewickelt wie immer. Nichts Neues wird angefangen und sonderlich gesprächig bin ich auch nicht. Es gab auch ein anderes Problem, das gerade meine volle Aufmerksamkeit verlangte: von jetzt auf gleich hatte Ludwig vor 3 Tagen einen epileptischen Anfall. Einfach so. Er fiel steif wie ein Brett zur Seite und hatte dann eine gute Minute lang Krämpfe. Die Augen waren nach hinten verdreht, er schäumte aus dem Maul und verlor Pipi auf den Boden. Für mich ein absoluter Schock. Ich konnte mir nicht erklären, was passiert war und rechnete irgendwie damit, dass er hier an Ort und Stelle sterben würde. Ich wählte die Nummer des Tierarztes mehrfach, aber dieser nahm nicht ab, dann wählte ich die Nummer meiner besseren Hälfte, der bei einem Arzttermin saß und ebenfalls nicht abnahm. Dann glaubte ich die Nummer des Tiernotrufs zu wählen, hatte aber irgendwie eine muntere Stimme des Roten Kreuzes dran.

Zitternd fing ich an dem Tierarzt auf WhatsApp zu schildern, was sich hier abspielte. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam Ludwig wieder zu sich, aber er schien mich nicht zu erkennen. Sein Fell stand senkrecht hoch und er starrte mich mit großen, kreisrunden Augen an. Dann knurrte er und begann an mir hochzuspringen. Für den Moment schloss ich ihn aus dem Haus aus, da ich nicht wusste, was ihm gerade so durch den Kopf ging und erst als er kurz danach laut zu winseln anfing, öffnete ich wieder die Tür und gab ihm schnell Wasser. Der Tierarzt schrieb mir zurück, dass ich jetzt vorbei kommen sollte und  so machte ich mich mit meinem winselnden Hund auf den Weg. Unsere Nerven lagen blank, es wurden Tests gemacht und Blut- und Urinproben entnommen. Dann bekam ich ein Rezept für Pipetten aufgeschrieben, die ich verabreichen sollte, wenn es erneut zu einem Anfall kommen würde. Kaum hatte ich diese tags darauf bei der Apotheke geholt, gab es den nächsten epileptischen Anfall, diesmal unter dem Esstisch. Seltsam, aber beim zweiten Mal schockierten mich die Krämpfe nicht mehr so. Meine bessere Hälfte, die diesmal ebenfalls Zeuge war, war hingegen völlig außer sich. Wir verabreichten in Windeseile die Pipetten und sahen, dass die den Anfall um etwa die Hälfte abkürzten. Diesmal war Ludwig nicht aggressiv im Anschluss, aber er konnte sich nicht auf den Beinen halten. Wie eine BSE-Kuh versuchte er um jeden Preis aufzustehen, fiel aber immer wieder auf den Boden und riss alles mit sich, was ihm irgendwie im Weg war. Irgendwie gelang es ihm dann die Treppe nach oben zu laufen und wir hörten nur wie er offensichtlich gegen alle Türen und Möbel lief, ehe ich ihm nacheilte um ihn wieder nach unten zu bringen. Ich dachte in dem Moment gar nicht daran, dass er die Treppe nicht schaffen würde und merkte es erst, als er mir wie ein nasser Sack in die Kniekehlen rutschte und dann an mir vorbei weiter die Treppe hinunter und in den Schuhschrank hinein. Nach und nach kam er wieder zu sich und erneut liefen wir zum Tierarzt um uns irgendeinen Rat zu holen.

Heute kamen dann die Ergebnisse: alle Organe und Werte schienen in Ordnung zu sein, unbekannt was den Kurzschluss im Gehirn ausgelöst haben könnte. Wir sollten ihn weiter beobachten und falls es nicht regelmäßig sei, würden wir bei den Pipetten für den Notfall bleiben. Wir haben sie seitdem immer bei uns, wenn wir das Haus verlassen und auch drinnen immer griffbereit. Seit 2 Tagen hat sich kein Anfall mehr ergeben, aber beruhigt sind wir noch lange nicht.



Friday, March 10, 2017

Erstes Interview 2017...

...mit bestem Dank an Gabriella Parodi!!

Wieso schreibst du einen Blog?

Ich habe schon seit Ewigkeiten Tagebuch geschrieben (seit über 25 Jahren!) und deswegen ist es für mich eigentlich Gewohnheit über das, was so passiert, schriftlich zu berichten, auch wenn ein Tagebuch natürlich etwas Privates ist und ein Blog eine öffentliche Angelegenheit.


Wieso schreibst du einen Auswandererblog (im Vergleich zu anderen Blogthemen)?

Auf die Idee, einen Alltagsblog oder Hobbyblog zu schreiben, bin ich noch nicht gekommen, denn ich habe eigentlich kein Hobby, was sich auf diese Art und Weise festhalten lässt. Auf anderen Plattformen schreibe ich Updates zu anderen Themen, zB mein Sprachenlernen und welche Fortschritte ich dort gemacht habe, aber so wie ich es angehe, würde sich das nicht für einen Blog eignen und ich hätte auch zeitlich Mühe damit. Den Auswandererblog habe ich eigentlich gestartet, um Freunde, Kollegen und Bekannte auf dem Laufenden zu halten. Mit der Zeit haben sich dann andere regelmäßige Leser angeschlossen.


Wieso schreibst du deinen Blog auf Deutsch?

Ich habe vor Jahren auch einen Blog auf Englisch angefangen, aber am Ende gab es eigentlich nur deutsche Leser und die hatten oftmals Mühe mit einer englischen Fassung, also habe ich das sein lassen. Gerade sprachliche Begebenheiten, von denen ich immer mal wieder berichte, lassen sich auf Englisch nicht genau so rüberbringen.


Bist du mit einem bestimmten Ziel nach Italien gegangen?

Schwer zu sagen...eigentlich nicht. Ich bin zu meinem Partner gezogen, auf unbestimmte Zeit sozusagen. Aber ich hatte kein Ziel in dem Sinne, so etwas wie "ein Hotel übernehmen" oder "diesen oder jenen Auftrag auszuführen". Ich bin auch keinem bestimmten Jobangebot oder Rechercheauftrag gefolgt.


Wonach gehst du, wenn du einen neuen Blogeintrag schreibst?

Es ist ein Mix aus persönlichen Erlebnissen und kulturellen Erfahrungen. Je nachdem, was gerade so passiert ist. Manche Themen beschäftigen mich und dann mache ich mir einen Hinweis dazu, dass ich diese in einem Blogeintrag verarbeiten will. Manche Themen bleiben einige Wochen liegen, ehe es zu einem Beitrag kommt, andere fallen ganz weg. Manche fasse ich zu einem größeren Thema zusammen, andere werden Mehrteiler. Das ist wirklich sehr unterschiedlich. Hin und wieder berichte ich von meinem Alltag, aber da ich den eher unspektakulär finde, verzichte ich meistens darauf, es sei denn es gibt besonders viele Fragen zu diesem Thema. Viel Feedback bekomme ich zu Themen, die mein Leben als Deutsche in Italien betreffen. Das scheint viele Leser zu beschäftigen, die vielleicht selbst daran denken auszuwandern. Also Beiträge zu bürokratischen und kulturellen Themen, zur Sprache und Spracherwerb, meiner Integration und allgemeinen Geschehnissen im Land und in der Region.


Woran liegt es deiner Meinung nach, dass deine Auswanderung in der Quintessenz positiv/negativ ist?

Ich würde sagen, es ist in meinem Fall eindeutig positiv. Woran es liegt, weiß ich nicht mit absoluter Sicherheit. Ich sage eigentlich immer, dass es mir hilft, dass ich nie italophil gewesen bin. Ich war nie ein Italien-Fan. Ich glaube Fans egal wovon laufen Gefahr sehr schnell enttäuscht zu werden, denn fast nichts entspricht dem Bild, das sich ein Fan gemacht hat. Sei es ein Land, eine Person oder irgendetwas anderes. Italienfans glauben oft, dass ich hier im ewigen Urlaub sei. Und dass es mir ums Flirten oder ums Essen gegangen sei. Das ist recht oberflächlich gedacht und solche Beweggründe enden schnell im Alltagsschock, wenn man mit einer rosa-roten Brille ausgewandert ist.
Ich bin im Gegenteil vom Schlimmsten ausgegangen, da ich gerade meinen Job hingeworfen hatte und keine Ahnung hatte, wie es weitergehen sollte. Das war knallharte Realität und das in einer Zeit, in der man schon wusste, dass es wirtschaftlich in Italien nicht gerade rosig aussieht. Meine schlimmsten Befürchtungen haben sich aber nie bestätigt. Ich habe hart gearbeitet, mir Wissen angeeignet, mir einen Freundes- und Kundenkreis aufgebaut, die Sprache gelernt und Häuser renoviert, erst in der Toskana und dann in Genua. Es hat lange gedauert, bis ich erste Erfolge sah. ich glaube, wenn ich mit falschen Erwartungen nach Italien gegangen wäre, dann hätte ich nach wenigen Wochen hingeworfen. Realismus halte ich also für einen sehr wichtigen Faktor, wenn eine Auswanderung gut verlaufen soll. Und auch echten Willen sich zu integrieren. ich ärgere mich zB immer, wenn ich Auswanderer sehe, die meinen, sie müssten die Sprache des Landes nicht lernen. Oder die sich über alles beklagen. Man muss vorher genau überlegen, wieso man auswandern möchte und was genau man im anderen Land sucht. Und dann muss man die Ärmel hochkrempeln.


Hast du mehr Kontakt zu Deutschen oder zu Einheimischen?

Eindeutig zu Einheimischen. Ich hatte das Glück, dass mein Partner bereits einen Freundeskreis hatte, dem ich mich anschließen konnte. Und besonders seitdem wir in Genua wohnen, habe ich auch meine eigenen Zirkel auftun können und habe eigene Freunde und aber auch beruflich sehr viele Kontakte gefunden. Kontakt zu Deutschen suche ich nicht gezielt; ich musste sogar erst einmal nachdenken, ob ich überhaupt zu Deutschen Kontakt habe. Ich denke, seitdem ich mich sprachlich ausreichend ausdrücken kann, habe ich nicht mehr das Bedürfnis verspürt Landsleute um jeden Preis um mich zu haben.


Was waren deine größten Erfolge in Italien bisher?

Mhm, ein Highlight war bislang auf jeden Fall mein erster didaktischer Vortrag auf Italienisch vor Publikum. Und dass ich schon mal für einen Muttersprachler gehalten worden bin. Und dass ich mich zu Hause fühle und meistens spontan gar nicht sagen könnte, in welchem Land ich gerade bin. Vom Gefühl her bin ich einfach nur "zu Hause".


Vielen Dank für das Interview!

Danke an euch!



Thursday, March 9, 2017

Südtirol?!

Ach ja, da hofft man Jahr für Jahr endlich auf C1 beim Sprechen zu kommen und hat Momente, in denen man sich in keinster Form sprachlich eingeschränkt fühlt und dann wieder Situationen, in denen man keinen vernünftigen Satz zusammenbekommt, Ausdrücke falsch kombiniert und das Gefühl hat, man hätte gar nicht ausreichend Vokabeln parat um über ein bestimmtes Thema zu reden. Und dann gibt es Vorkommnisse wie jenes, als ich mit einer neuen Klientin in einem Cafè saß, um die Einzelheiten unserer Zusammenarbeit zu besprechen. Nach dem Gespräch fragte sie mich, wann ich denn nach Deutschland gekommen sei. Ich hab gestutzt und mich gewundert, dann gesagt, dass ich dort geboren sei. Aha. Sie fragte weiter, also wann denn meine Eltern nach Deutschland gegangen wären. Verstand ich nicht. Ja, also woher sie denn genau kämen. Na gut, mein Vater aus Hessen und meine Mutter aus Westfalen. Ach, nicht Südtirol?! Südtirol?? Wieso Südtirol?! Nein, niemand aus meiner Familie kommt aus Südtirol. Ach, dann hast du gar keine italienischen Wurzeln?! Ehm, nein...wie kam sie darauf, dass ich italienische Wurzeln haben könnte?! Nun, angeblich hätte sie während unseres Gesprächs angenommen ich sei Südtirolerin. Mein Italienisch sei perfekt und sie hätte einen südtiroler Akzent herausgehört. Das war ja ein Ding! Ich wusste nicht, was mich mehr beschäftigen sollte - der Umstand, dass sie mein Italienisch für perfekt hielt, oder der Umstand, dass ich einen südtiroler Akzent hatte?

Ich entschied mich, mich mehr über das Prädikat "Muttersprachler" zu freuen, als über den Akzent zu ärgern und zeigte meine ehrliche Überraschung. Nachdem das aufgeklärt war, fragte ich, ob ich wenn's hart auf hart käme, tatsächlich behaupten könnte aus Südtirol zu sein? Ja, auf jeden Fall meinte sie. In der Tat behalte ich das im Hinterkopf, falls es mal wichtig sein sollte, keine Ausländerin zu sein. Heeey, ich bin auch Italienerin...aus Südtirol! Wenn die Umstände es verlangten, hab ich auch schon mal behauptet Österreicherin zu sein. Gerade in Phasen, in denen man hier in der Umgebung nicht sonderlich gut auf Deutschland zu sprechen war. Infrage gestellt hat es eh niemand und am Ende hören Laien auch keinen Unterschied beim Akzent.

Zumal ich selbst eh der Meinung bin, dass ich alpenländisch klinge, wenn ich italienisch spreche. Wieso das so ist, ist mir schleierhaft, denn ich komme ja nicht mal aus der Alpenregion. Eine Verkäuferin in einem Bekleidungsgeschäft in Rom glaubte schon mal einen ligurischen Tonfall bei mir wahrgenommen zu haben. Aber das war meiner Meinung nach völlig weit hergeholt, denn auch wenn ich grob den Tonfall mit seinem Singsang wiedererkenne, habe ich keine Ambitionen ihn zu imitieren und wüsste gar nicht wie man ihn produziert. Natürlich ist mir auch bewusst, dass alle hier nach bestimmten Regionen klingen. Ich schneide das Thema auch immer wieder mit Kunden an, die ihre Regionen verlassen haben. Ich frage sie, ob sie noch nach ihrer Heimat klingen oder ob sie den Tonfall ihrer neuen Region übernommen haben, Das waren dann Mailänder, die nach Genua gezogen waren, oder Pisaner, die nach Verona gezogen waren oder Pugliesen, die nach Mailand gezogen waren und Genuesen, die nach Kalabrien gezogen waren. Sie alle hatten viel zum Thema beizutragen und auch wenn ich selbst kein Experte von italienischen Färbungen bin, hab ich dennoch bei dem einen oder anderen gehört, dass er nicht aus der Region sein konnte, in der er jetzt wohnte. Ohne es an Details festmachen zu können.

Inzwischen hat mich zumindest der Ehrgeiz gepackt. Wie oft schaffe ich es erneut für eine Südtirolerin gehalten zu werden? Wird noch jemand mein Italienisch für perfekt halten (was es eindeutig nicht ist)? Oder hält mich der nächste unwissende Kontakt gleich wieder für eine Deutsche? Dramatischer war es, als ich mal für eine Touristin gehalten und für mein gutes Italienisch gelobt wurde, was so herüberkam, als hätte ich mit Ach und Krach einen "Italienisch für den Urlaub"-Kurs absolviert. Und dabei hatte ich lediglich die Uhrzeit genannt und dafür dann ein "Com'è brava!" kassiert.  Argh...



Tuesday, February 28, 2017

Arbeiten um der Arbeit willen...

Sicher, mit dem Arbeitsmarkt sieht es hier alles andere als entspannt aus. Das ist ein Fakt. Aber drei Aspekte habe ich in den letzten Monaten beobachtet, die helfen bei der Lage überhaupt nicht. Im Gegenteil, sie machen alles nur noch schlimmer.

Ein Aspekt ist der "tuttofare", was man mit "Mädchen für alles" oder "Alleskönner" übersetzen mag. Oder besser gesagt: jemand, der sich für alles anbietet, was er bekommen kann, alle Bereiche, alle Aufgaben. Man findet Unmengen von diesen Menschen in den Jobbörsen oder in Facebook-Gruppen zum Thema "Jobsuche". Die Frauen bieten sich typischerweise an für Altenbetreuung, Putzen, Bügeln, als Baby- oder Dogsitter, Kellner, Aushilfe im Geschäft oder auch Nachhilfe. Und die Männer typischerweise als Lieferanten, Umzugshilfe, für Renovierungs- und Gartenarbeiten, als Kellner und Dogsitter. Und nicht eines davon. Nein, ALLES davon! Gleichzeitig!

Die Motivation dahinter kann man grundsätzlich verstehen - sie wollen sich alle Möglichkeiten offen halten und so viele Einnahmequellen wie möglich finden. Egal, was es ist. Das Problem ist nur: wer sich für Dutzende verschiedener Tätigkeiten anbietet, kann gegen Hunderte gleicher Suchender ausgewechselt werden. Von jetzt auf gleich. Und das öffnet Tür und Tor dem eh schon üblen Lohndumping. Und als unbewusste Message senden die Suchenden gleich mit, dass sie eigentlich nichts davon wirklich können oder sie irgendetwas von diesen Tätigkeiten besonders interessiert. Dass ausschließlich die Verzweiflung sie in dieses breitgefächerte Angebot getrieben hat. Verzweiflung verkauft sich schlecht. Und Verzweiflung wird ausgenutzt. Denn wenn sich jemand nicht einstellen lässt, weil er besonders gut in etwas ist oder eine besondere Leidenschaft für ein Gebiet hat, dann wird er eingestellt, weil er billig ist. Und das heißt, dass seine Arbeitskraft nichts wert ist und auch nicht sonderlich geschätzt wird. Aushilfen im Supermarkt bekommen auf diese Weise 500€ im Monat für eine 40-Stunden-Woche. Und auf den Erntefeldern schuften Italiener für 2€ die Stunde (ein  Todesfall aufgrund eines Skandals dieser Sorte wird gerade in den Medien ausgiebig behandelt). Und manch einer arbeitet sogar ganz ohne Lohn. Klingt verrückt, aber das ist der zweite Punkt, den ich beobachtet habe: viele verwechseln Arbeit mit Einkommen. Denn eigentlich gehören die Begriffe ja zusammen, wobei der Dreh- und Angelpunkt dabei das Einkommen als Ziel sein sollte und nicht die Arbeit. Aber weil der Begriff "Arbeit" in der Gesellschaft präsenter ist als seine Schwester "Einkommen", hat er eine Wichtigkeit bekommen, die über die Bedeutung vom Lohn selbst weit hinaus zu gehen scheint. Das ist die einzige Erklärung, die ich finden kann, wenn ich Zeuge von Unterhaltung der folgenden Art werde: "Was hab ich mich geärgert! Ich hab 4 Wochen lang gearbeitet und bin dann nicht bezahlt worden!" - "Sei still! Sei froh, dass du überhaupt eine Arbeit hast! Heutzutage...."

Klingt absurd? Arbeit um der Arbeit willen? Arbeit als Selbstzweck? Wollen sie nicht eigentlich arbeiten um zu verdienen? Und die Argumentation ist gar nicht mal unbedingt Teil der "Generation Praktikum", wie man sie auch in anderen Ländern kennt, wo monatelang unentgeltlich gearbeitet wird um sich neues Wissen anzueignen und um Kontakte zu knüpfen. Auch das ist ein No-go für mich, hat aber am Rande noch irgendeinen Funken Sinnhaftigkeit, zumindest was die Motivation der Praktikanten angeht. Arbeiten um einfach eine Arbeit zu haben, weil es heutzutage ja so schwer ist eine Arbeit zu finden, und wer eine hat, sollte froh sein, auch wenn er nicht bezahlt wird - das übersteigt meine Toleranzgrenze; dem kann ich inhaltlich nicht mehr folgen.

Aber kommen wir noch einmal zum Tuttofare zurück. Hunderte, Tausende (auch junger) Menschen, die sich für alle nur möglichen Hilfs- und Handlangerarbeiten zur Verfügung stellen, für die es keinerlei Ausbildung oder besondere Fähigkeiten braucht. Und für die meisten scheint an dem Punkt karrieretechnisch Ende Gelände zu sein. Denn es sind explizit keine Nebenjobgesuche von Studenten, wie wir sie alle während des Studiums gemacht haben. Es sind Jobgesuche von Leuten im Rentenalter, von Arbeitslosen in mittleren Jahren und - was ich besonders dramatisch finde - von Leuten in den 20ern, die lediglich die Schule abgeschlossen haben. Sicher, der Umstand, dass man mit dem Abgang von den verschiedenen Schulen mit fast 20 schon einen "Beruf" hat, hilft dabei ebenfalls nicht. Denn diese sind so allgemein gehalten, dass sie die Abgänger kaum zu attraktiven Arbeitnehmern mit Qualifikationen machen. Und die wenigsten scheinen darüber hinaus irgendwelche Ausbildungen anzustreben. Sicher, die Uni kostet und ist für viele unerschwinglich, aber was hindert einen daran sich auch ohne Universität eigenständig fortzubilden, Wissen anzusammeln, sich von der Masse abzuheben und den großen Sumpf der Tuttofare hinter sich zu lassen? Gerade bei 40% Jugendarbeitslosigkeit haben Schulabgänger, die noch nichts wirklich können, doch ausreichend Zeit um sich privat den weiteren Studien zu widmen. Auf eigene Faust. Mit Büchern, dem Internet oder auch mit irgendwelchen (vielleicht auch kostenlosen) Kursen.

Ich sage nicht, dass alle so sind - natürlich sind nicht alle so - es fiel mir lediglich auf, seitdem ich mich viel auf Jobbörsen und in Jobsuchgruppen auf Facebook herumtreibe. Ich hätte keine Mühe für meinen Hund einen Sitter aufzutun oder jemanden zu finden, der mir im Haushalt hilft. Die Leute würden sich unterbieten, bis es irgendeiner fast gratis machen würde. Vielleicht entspreche ich nicht dem Trend, aber ich würde keinen einstellen, der seine Arbeitskraft nicht würdigt. Der um der Arbeit willen arbeitet. Die Spirale abwärts auf dem Arbeitsmarkt ist so alarmierend, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass es noch lange gut gehen wird. Was ist der nächste Schritt nach dem gratis arbeiten? Bezahlen, um arbeiten zu dürfen? Nur wer könnte das, wenn er kein Einkommen hat? Verrückt, das alles, komplett verrückt...


Sunday, February 26, 2017

Neue Schüler, neue Welten...

Erst mit der Zeit ist mir klargeworden, welchen Erfahrungszuwachs man durch seine Kunden und Schüler und die intensive Zusammenarbeit mit ihnen erhält. Plötzlich fiel mir auf von welchen Themen ich irgendwie gehört hatte, wie ich Einblicke in alle möglichen Berufe und Lebensentwürfe bekommen hatte und das alles ohne auch nur einen Fuß wirklich vor die Tür zu setzen. Wie war das möglich? Einfach nur durch Gespräche, die eine oder andere Übersetzungsarbeit oder gemeinsame Projekte.

So lernte ich beim Geldverdienen nebenbei etwas über Touristenführungen in Deutschland, von verschiedenen Gitarrentechniken und dem benötigten Equipment, welche Phasen des Segelfliegens gefährlich sind, wie Tierheime arbeiten, welche Ausbildung man braucht um Schiffe in Häfen zu steuern, welche Sorten von italienischem Rap es gibt, welche italienischen Nachnamen aus welcher Region kommen, wieso es viele Einwanderer aus Istrien gibt, welche Besonderheiten das Aquarium in Genua bietet, was man in italienischen Katechismus-Gruppen lernt, wie man an der Uni Genua forscht, bis wohin die Deutschen einmarschiert waren, wieso man es als Frau im Polizeidienst nicht einfach hat, welche Fortbildungen Ingenieure machen können, warum deutsche Chefs noch fieser sind, wie man echtes Pesto Genovese macht, woher man die besten Tomatenpflanzen bezieht, wo überall illegal gebaut worden ist, wieso Anwälte Deutsch sprechen können sollen, wie man einen Song komponiert, wo die besten Strände zu finden sind und wo man deutsches Brot kaufen kann, wie man eine Gelateria ausstatten sollte, welche staatlichen Kontrollen es in Chemielabors gibt, welche Spezialitäten es in Kalabrien gibt und wie man selbst Olivenöl presst, wieso der Schimmel nicht in die oberen Stockwerke kommt und was die besten Schulen der Umgebung sind, was die unbekannteste Provinz Italiens ist, welche Voraussetzungen man braucht um in Bozen zu arbeiten, wie man auf einer Messe präsentiert und welche Sorte Hemden man im Büro tragen darf, welche Hochzeitsbräuche es gibt und wo man Schuhe in Größe 35 finden kann, was man beim Bau von Kühlsystemen beachten muss, wie man sich als Hilfskoch hocharbeiten sollte und was passiert, wenn man ohne Führerschein erwischt wird, wieso das Arbeiten bei einer Bank so ätzend ist und warum man ohne Bidet nicht überleben kann. Die Liste könnte noch unendlich weitergeführt werden.

Da mich Wissen per se immer sehr interessiert, hat meine Arbeit eben noch einen ganz besonderen Nebeneffekt, für den ich meinen Schülern nur dankbar sein kann... :)



Thursday, February 9, 2017

Wer von Italien abrät..

...weil es nicht das Paradies ist, der müsste auch von der Partnersuche abraten, weil kein Prince Charming zu finden ist.

Wie oft höre ich Klagen von Leuten, die nach Italien gezogen sind und dann argumentieren es sei ja alles ganz furchtbar hier. Angefangen von der Wirtschaft, der Arbeitslosigkeit bis hin zur Versicherungslage, Vetternwirtschaft und Korruption. Und alles sei so teuer im Verhältnis zu den Einnahmen und überhaupt müsse man alles immer alleine regeln und lösen, niemand würde helfen. Also könnte man bloß niemandem raten sich in Italien anzusiedeln, denn in Deutschland sei einfach alles besser.

Nun, natürlich ist Italien nicht das Paradies auf Erden, aber das Paradies in irgendeinem Land zu suchen, halte ich schon von vornherein für verkehrt. Wem das Leben in Deutschland zusagt, der sollte das Land nicht verlassen. Und wem es nicht zusagt, der sollte vor einer Auswanderung genau erforschen wonach er eigentlich sucht und sich ein passendes Land nach diesen Kriterien aussuchen.

Tolle Urlaube sind kein gültiges Kriterium, denn man lebt einen Alltag im neuen Land und Alltag heißt alles jenseits der rosaroten Brille von Ferien am Strand. Alltag heißt integrieren, Fremdsprache sprechen, arbeiten, Kulturschock, eventuell Außenseiter sein. Alltag heißt ganz normales Leben. Und das sollte man kennen lernen, ehe man den Schritt wagt. Und sich dann an die eigene Nase fassen, wenn es darum geht im neuen Land klar zu kommen. Ich bin ja immer der Meinung, dass das allein unsere Verantwortung ist, wenn wir aus freien Stücken unser Land verlassen haben und ein anderes Land der Wahl als neuen Wohnort auserkoren haben. Und da sind die Bedingungen nun mal anders als wir das von der Heimat her gewöhnt sind. Diese Bedingungen müssen wir akzeptieren, wenn wir das Land wechseln, oder sollten eben tunlichst daheim bleiben, wenn wir genau dies nicht tun wollen. Klingt zu hart? Das ist vermutlich der Realismus, dem wir uns irgendwann sowieso stellen müssen.

Das Paradies ist Italien nicht, aber das ist ja völlig klar. Auch Deutschland ist nicht das Paradies. Und viele von den enttäuschten Auswanderern scheinen dann wieder denselben Fehler zu machen, indem sie als Rückkehrer ins Gelobte Land der ehemaligen Heimat kommen und dann sehr wahrscheinlich ebenfalls keine traumhaften Bedingungen vorfinden, denn irgend etwas hatten sie damals ja auch offensichtlich vermisst, als sie weggegangen waren. Irgendwas ist immer. Italien sucht man sich nicht aus, wenn man Sicherheit sucht, minuziöse Umsetzung von Plänen und an die Hand genommen werden will. Italien ist wie der Wurf aus dem Nest, bei dem du beweisen musst, dass du fliegen kannst. Nicht jeder will fliegen, aber es will auch nicht jeder im Nest sitzen bleiben.

Und so heißt es eben doch immer wieder: wisse, was du suchst und wo du das finden kannst! Und beschuldige nicht das Land, wenn es einfach nicht zu dir und deinen Wünschen passt. Wir haben heutzutage alle Möglichkeiten uns vorher zu informieren, ehe wir so einen gravierenden Schritt unternehmen. Ich rate deswegen keinem davon ab nach Italien zu gehen. Ich rate nur jedem nicht naiv zu sein. Das hier ist kein Cocktail-Urlaub, das hier ist das echte, wahre Leben...



Friday, February 3, 2017

Permesso...

Ja, ab und an stoße ich auf kulturelle Besonderheiten, die mir vielleicht nicht von Anfang an aufgefallen sind; immerhin lebe ich inzwischen offiziell seit vier Jahren in Italien. An praktisch alles habe ich mich gewöhnt - die Passaparola, Vetternwirtschaft und Empfehlungen, die mehrgängigen Mahlzeiten, die Feiertage, die Madonnenverehrung, das Parken und Autofahren, irgendwie alles. Und ich komme mit allem auch irgendwie klar, bei manchem mache ich komplett mit - zB in der Mitte von zwei Spuren fahren - und bei anderem schaue ich nur zu - zB. bei allen religiösen Besonderheiten.

Aber an eine absurde Sache kann ich mich einfach nicht gewöhnen, und diese hat mit dem "Permesso" zu tun. Es war mir ganz lange Zeit lang überhaupt nicht aufgefallen, denn es tat in der Toskana auch nicht jeder, und die Menschen, die kamen und es taten, die hielt ich für Witzbolde. Um was geht es? Die Italiener, die das Haus einer anderen Person betreten, sagen an der Türschwelle "Permesso". Eigentlich ist das eher eine Frage: "Permesso?" Und heißt so viel wie "Darf ich eintreten?" Eine rhetorische Frage, denn es sind im Allgemeinen ja eingeladene Personen, oder Personen, denen man bereits aufgemacht hat. Da mir das früher eben nicht so aufgefallen war, hatte ich erst neulich meinen wirklichen Kulturschockmoment, in dem mir das Permesso einfach über den Kopf gewachsen ist. Prompt fing ich an darüber mit anderen Auswanderern zu diskutieren. Die meisten regten sich über meine deutsche Herangehensweise auf - "Sei doch froh, wenn sie höflich sind!" - "Die können es dir aber auch nicht recht machen...!" - "Sei nicht so deutsch!". Der Eine oder Andere aber konnte mich verstehen - "Mir geht es auch auf die Nerven!" - "Ich finde es auch übertrieben, zumal die Italiener dann bei vielen anderen Stellen ganz und gar nicht höflich sind!". Es kochte sich ziemlich hoch, was dazu führte, dass mich das Permesso jetzt als Folge noch viel mehr nervt als vorher.

Was ist eigentlich genau mein Problem damit?

Nun, das Prinzip ist natürlich ein positives. Es ist höflich, wenn man um Erlaubnis das Haus zu betreten bittet. Es zeigt, dass man den privaten Raum achtet und sich nicht einfach nimmt, was einem nicht gehört. Ich finde es deswegen sehr lobenswert, wenn jemand, der zum ersten Mal ein fremdes Haus betritt, genau dieses Verhalten an den Tag legt - selbst wenn ich es aus dem deutschen Kulturbereich nicht kenne, nicht brauche und nicht erwarten würde. Aber - es ist wirklich höflich.

Allerdings: wenn jemand seit Monaten jede Woche dieses Haus betritt oder vielleicht sogar mehrfach die Woche, dann schießt es für mein Empfinden den Vogel ab. Es ist zu viel, zu oft, es nervt! Klingt es wirklich sinnvoll, dass man jemandem, der angekündigt und eingeladen ist, mal den Eintritt gestattet und mal verweigert? Und ist es überhaupt mehr als eine leere Floskel? Geht es wirklich darum immer wieder aufs Neue etwas zu erlauben, was man bereits am Tag zuvor und die Woche zuvor erlaubt hatte? Oder entspricht es mehr einem Gruß oder einer Gewohnheit wie dem englischen "How are you doing?", auf das man weder eine Antwort erwartet noch dass man es wirklich auch so meint? Sehr deutsche Herangehensweise, sicher, aber es ist einfach eine kulturelle Forschungsarbeit, die ich hier leisten will.

Warum stelle ich mich damit überhaupt so an? Nun, wie gesagt, beim ersten Treffen finde ich es durchaus sehr korrekt und es zeigt gute Manieren, so gesehen. Aber wenn jemand zu mir kommt, dann ist er in der Regel ein steter Besuch, kommt einmal die Woche oder auch mehrfach die Woche. Und dieser Jemand wird erwartet, klingelt am Tor, ich gehe hinaus, öffne, man begrüßt sich, man unterhält sich schon und dann - dann kommt noch einmal das Permesso auf der Türschwelle. Wieso? Die einzige sinnvolle Erklärung, die mir eine andere Auswanderin gab, war die, dass der Besucher dieses Permesso sagt für den Fall, dass sich noch andere Menschen im Haus aufhalten, die nicht vorbereitet sind. Das ist die einzige wirklich gute Begründung für dieses ansonsten seltsame Verhaltensmuster. Und das erklärt auch, wieso dann auch schon mal ein Permesso an der Türschwelle kommt, dann ein weiteres, wenn die Person das Büro oder ein anderes Stockwerk mit mir betritt. Es kann aber auf diese Art passieren, dass ich bis zu dreimal Permesso höre, und bestätigen muss, ehe die Person endlich am Zielort angekommen ist.

Nichtsdestotrotz macht es mich nervös. Denn ich selbst komme mir seltsam vor, wenn ich dasselbe tun soll und habe es sage und schreibe nur zweimal in meinem Leben gesagt. Vielleicht hält man mich für ein Trampel - mag sein - oder man sieht daran, dass es in anderen Kulturen einfach nicht üblich ist. Schwierig wird es auch, wenn ich mit Gruppen zu tun habe. Gruppen von sagen wir mal acht Personen, die ich erwarte, die klingeln, denen ich das Tor aufschließe und die dann nicht das Haus betreten, ohne dass ich von ganz hinten brülle, dass man doch bitte durchgehen möge....je-des-ein-zel-ne-Mal-dass-sie-zu-mir-kommen...da fragt man sich schon, ob es nicht die Möglichkeit gibt, so etwas wie einen Blankoschein auszustellen, um ein für allemal geklärt zu haben, dass das Permesso erteilt ist und nicht jeden Tag aufs Neue diskutiert werden muss. Tja....



Saturday, January 21, 2017

Ein Hotdog und es brennt...

Uuuuuh uuuh uhhh, was für ein Start ins neue Jahr! Nein, ich beklage mich nicht, ich wusste, dass es sehr arbeitsintensiv werden würde und das schon gleich von Anfang an. Schon am 2. startete mein Intensivkurs Deutsch und das bedeutete, dass am 1. ausschließlich vorbereitet werden musste. Also kein Kater und keine Feierei bis in die frühen Morgenstunden am Silvesterabend. So ganz hat das nicht hingehauen, denn wir haben wieder in Pisa gefeiert und mussten deswegen noch eine recht lange Strecke nach Hause fahren, aber ich gebe zu, dass ich mich immerhin gleich in Disziplin geübt habe und das hieß: ranklotzen.

Eine Schwierigkeit kam hinzu. denn nachdem ich den Silvesterabend von mindestens 4 schwer erkälteten Personen umgeben gewesen war und auch Schüler am 2. mit Husten und Schnupfen zum Unterricht erschienen, traf es mich auch sofort mit einem Kratzen im Halt, das sich auf eine fette Erkältung ausdehnte. Und - diese hält heute noch an! Fast drei ganze Wochen bin ich deswegen irgendwie eingeschränkt und kann mich kaum daran erinnern, dass es einmal anders gewesen ist.

Hinzu kamen noch weitere Herausforderungen: beispielsweise spielte Ludwig eine ganze Woche lang verrückt, weil offenbar irgendwelche Weibchen in der Nachbarschaft läufig waren und er aufgrund dessen weder schlief, noch aß, noch ruhig blieb. Ein Spießrutenlauf! Tagsüber zerrte er auf Gassitouren oder wollte raus in den Hof, rein ins Haus, raus in den Hof, rein ins Haus, schön im minütlichen Abstand. Nachts stand er wimmernd vor unserem Bett und versuchte einen von uns dazu zu bewegen mit ihm raus zu gehen. In der ersten Nacht verstand ich das noch falsch und glaubte er hätte vielleicht Durchfall, also stand ich einmal um 2 und einmal um 5 Uhr morgens frierend im Bademantel draußen, nur um zu erkennen, dass es ein ganz anderer Notstand war als ursprünglich gedacht. Katze Tino wurde zeitgleich kastriert, überstand das aber ohne irgendwelche Komplikationen oder Auffälligkeiten. Wenigstens etwas...

Aber auch außerhalb unseres eigenen Biotops geht es drunter und drüber. Der Süden ächzt unter nie gesehenen Schneemassen, Mittelitalien wird von Erdbeben heimgesucht und all das zusammen hat zu einer Vielzahl an Katastrophen geführt, die in diesen Tagen die Nachrichten beherrschen. In Genua gab es weder Erdbeben noch Schnee, dafür hatten wir hier drei Großbrände. Jawohl, Genua, die Stadt der Feuchtigkeit und des Schimmels hatte seit rund zwei Monaten keinen Regen mehr gesehen (und damit zum ersten Mal auch weder Überflutungen noch Schimmel!) und so konnten sich gleich mehrere Feuer gespenstisch ausdehnen! Die Autobahn war über viele Stunden gesperrt, Leute saßen in ihren Autos in Tunnels fest und in Pegli, westlich von Genua, wurden sogar mehrere Hundert Anwohner evakuiert, darunter eine Schülerin von mir. Inzwischen sind die Brände wohl gelöscht, der Schaden dennoch beachtlich und mindestens eine Festnahme hat es auch gegeben.

Ebenfalls gespenstisch war eine Nacht, in der ich ahnungslos Müll auf die Straße bringen wollte und sah, wie völlig geräuschlos eine Reihe von Polizeiwagen und anderen Autos kreuz und quer auf dem Parkplatz standen und eine Leiche aus einem Nachbarhaus abtransportiert wurde. Hoppla! Bis heute haben wir nicht erfahren, was da wirklich vorgefallen ist, denn es ist so kalt draußen, dass ich dieses Jahr auch noch keinen unserer zentralen Nachbarn gesehen habe. Ehrlich wahr. Also eines kann man auf jeden Fall sagen: Langweilig ist es nicht, dieses Jahr...!